Auszug aus dem Buch "Follow the Instructions"
Auszug aus dem Buch " Follow the Instructions" by Jenabe E Caldwell, 1995
Übersetzt von Michael Randel
Die wahre Geschichte spielt in den 1. Monaten von 1974
Die Liebe kommt von Bahá'u'lláh
Ich habe es schon erwähnt, aber ich würde dieses Konzept, alles Bahá'u'lláh zugute zu halten, gerne noch einmal betonen. Wir hatten große Probleme mit neuen Lehrern, die an den Massenlehrprojekten teilnahmen. Zuerst, wenn sie ankommen, sind sie demütig und unsicher, und deshalb sind ihre Gebete aufrichtig und kommen aus dem Herzen. Sie gehen hinaus und lehren nur mit der Unterstützung und vollkommenem Vertrauen in das, was die Gesegnete Schönheit versprochen hat.
Báb
Anweisung: "Erhebe dich in Seinem Namen, setze dein Vertrauen völlig auf Ihn und sei des endgültigen Sieges gewiss."
Sie legen in der Tat alle ihre Angelegenheiten in Gottes Hand. Deshalb sind sie äußerst erfolgreich und in der Lage, die Herzen derer zu berühren, mit denen sie in Kontakt kommen. Dann kommen sie zurück und denken: "Das war ja gar nicht so schwer, ich habe es gut gemacht. Schau dir bloß diese neuen Gläubigen an." Diese Einstellung holt den Lehrer von seiner hohen geistigen Stufe herunter, so, als wenn man eine Feuerwehr-Rutsche herunterrutscht. Beim nächsten Mal, wenn sie hinausgehen, merken sie, dass sie nur wenig oder gar keinen Erfolg haben, und dann fragen sie: "Was ist mit mir geschehen? Das Mal davor hat es so gut geklappt." Dann ist es schwerer, sie wieder nach oben zu bringen, als wie beim ersten Mal.
So ist es mir geschehen. Ich ging zu einem Ort, und meine Motivation war absolut rein. Nur für Bahá'u'lláh, nur für Bahá'u'lláh, zu keinem anderem Zweck. Dann, als ich in die Gegend kam und die Menschen wirklich liebte, mit dieser wahren und göttlichen, von Bahá'u'lláh inspirierten Liebe, überschütteten die Menschen mich ihrerseits mit so viel Liebe, und daraufhin verlor ich die Reinheit meiner Motivation und merkte, dass ich wegen der wunderbaren Liebe, die die Menschen mir schenkten, in die Gegend zurückgekehrt war. Ich rate nicht dazu, die Menschen weniger zu lieben, nein, in der Tat werden Sie sie sogar mehr lieben, wenn Sie es für Bahá'u'lláh tun können.
Bahá'u'lláh
Anweisung: "Seid nicht stolz auf eure Eigenliebe, sondern auf eure Liebe zu euren Mitgeschöpfen."
Warum lehren Sie? Die Antwort ist, dass Sie die Menschen so lieben, dass Sie sich aus ganzem Herzen danach sehnen, mit Ihren Geliebten das größte Geschenk zu teilen, um ihnen dieses tiefe, die Seele zufriedenstellende Glück zu bringen, das Sie gefunden haben.
Der wirkliche Grund für die Liebe zu den Menschen ist, dass wir sie in die Sache Gottes hinein lieben müssen. Wenn ich von Land zu Land und von Gemeinde zu Gemeinde reise, stelle ich die Frage: "Wie sind Sie Bahá'í geworden?" Meistens lautet die Antwort: "Als ich an diesen Ort kam, fühlte ich eine so wundervolle Liebe und einen so wundervollen Geist." Dies ist eine Wahrheit, die niemand in Abrede stellen kann.
Bahá'u'lláh
Anweisung: "Seid äußerst liebevoll zueinander."
Deshalb muss es der Lehrer fest im Bewusstsein verankern, dass wir hinausgehen, um Menschen in die Sache Gottes hinein zu lieben. Wenn wir wirklich die Menschen lieben, dann sind wir auch wirklich an ihnen interessiert und bereit, sehr sorgfältig anzuhören, was sie zu sagen haben.
Es war oben im nördlichen Teil des Staates New York im Hause eines sehr warmherzigen und liebevollen Bahá'í Ehepaares. Ich bemerkte seinen Nachbarn draußen im Hof und fragte diesen Bahá'í, ob er ihm je die Botschaft gegeben habe. Er sagte, dass er sie ihm gegenüber erwähnt hätte, und dass er ihn oft zu einem Fireside in sein Haus eingeladen hätte, aber der Nachbar zeigte kein Interesse und war nie in seinem Hause gewesen. Ich ging hinüber an den Zaun, stellte mich dem Nachbarn vor, und sagte, dass ich ein Bahá'í auf Besuch sei. Dann begann ich mit dem Mann über dieses und jenes zu sprechen. Mit richtiger Liebe und Fürsorge erkundigte ich mich bei ihm, und in kürzester Zeit waren wir wie Freunde oder Brüder, die sich lange nicht gesehen hatten, und nun wieder vereint waren. Er teilte mit mir alle seine tiefsten Lebensprobleme und im Gegenzug bot ich ihm sanft die Bahá'í Lösungen zu seinen Problemen an. Jemand sorgte sich um ihn, wie die Frau in Indien, und jemand liebte ihn.
Mein Gastgeber rief mich zum Essen, deshalb lud ich den Nachbarn ein, mitzukommen, und das tat er. Er kam nicht nur zum Abendessen, sondern er blieb auch zum Fireside, und am Ende des Abends ging er als letzter.
'Abdu'l-Bahá
Anweisung: "Oh du Sohn des Königreiches! Alle Dinge sind von Nutzen, wenn sie mit der Liebe Gottes verbunden sind."
Die wirkliche Kraft dieser göttlichen Liebe, wenn sie sich im Leben des Gläubigen manifestiert, hat die Macht, den Planeten zu verändern. Während 5000 Jahren überlieferter Geschichte hat jeder Gesandte Gottes uns gesagt, dass wir uns lieben sollen. Wir haben Bücher geschrieben, Konferenzen abgehalten und die ganze Zeit darüber geredet, aber wir haben es nie getan. Wir haben die Gebote nie befolgt. In der Tat haben wir genau das Gegenteil getan. Wir haben uns gegenseitig gehasst und umgebracht und Kriege gegeneinander geführt. Lasst uns vor Gott feierlich schwören, dass wir es versuchen werden. Wenn es uns nicht gefällt, einander zu lieben, können wir immer zu Hass und Totschlag zurückkehren. Dann lasst uns täglich beten: "Oh Gott, schenke mir ein liebendes Herz. Gib, dass mein Herz überfließe vor Liebe zu Deinen Geschöpfen." Glauben Sie mir, wenn die Bahá'í nur dies schwören und danach streben würden, es in ihrem Leben zu verkörpern, würde sich die Welt über Nacht verändern.
Bahá'u'lláh
Anweisung: "Die Helligkeit des Feuers eurer Liebe wird ohne Zweifel die widerstreitenden Völker und Geschlechter verschmelzen und vereinen, während die Heftigkeit der Flamme der Feindschaft und des Hasses nur zu Streit und Untergang führt."
Es waren die letzten vier Monate des Neun-Jahres-Planes, und ich war gerade aus Indien gekommen. Wie gewöhnlich, wenn ich irgendwo in der Nähe von Israel war, machte ich einen dreitägigen Besuch in Haifa, ging zu den Schreinen, dankte Bahá'u'lláh für Seinen Segen und flehte Ihn an, mich auch in Zukunft zu beschützen. Als ich das Pilgerhaus betrat, unterhielten sich in der Mitte des Raumes die Hand der Sache Dr. Rahmatu'lláh Muhájir mit der Hand der Sache ´Alí Akbar Furútan. Als die Hand der Sache Dr. Rahmatu'lláh Muhájir mich erblickte, bedeutete er mir, zu ihm zu kommen.
Er sagte: "Jenabe, Sie fahren jetzt nach Deutschland."
"Nein, Dr. Muhájir, ich fahre nicht nach Deutschland," antwortete ich, "ich fahre nach Hause, nach Alaska. Ich war sechs Monate unterwegs, und nun fahre ich nach Hause."
Die Hand der Sache Dr. Rahmatu'lláh Muhájir fuhr einfach fort: "Wir haben nun nur noch 4 Monate im Neun-Jahres-Plan übrig, und Deutschland hat nicht eines der quantitativen Ziele des Planes erreicht. Die einzige Möglichkeit, wie sie noch ihre Ziele erreichen können, ist durch Massenlehrarbeit. Sie sind ein Spezialist für Massenlehrarbeit, und Sie fahren nach Deutschland."
Die Hand der Sache Dr. Rahmatu'lláh Muhájir nahm dann einen Notizblock heraus und schrieb ein Telegramm an den Nationalen Geistigen Rat von Deutschland, das er mir zeigte. "Letzte Möglichkeit Ziele Neunjahresplan gewinnen. Massenlehrarbeit, Massenlehrer Jenabe Caldwell kommt. Geben volle Unterstützung. Dr. Muhájir."
Ich protestierte. "Dr. Muhájir, ich brauche wenigstens drei Monate, um meine Lehrer zusammen zu bekommen und sie auszubilden für die Lehrarbeit."
Unbeeindruckt antwortete er: "Bringen Sie Ihre Leute aus Alaska. Sie sind schon ausgebildet."
"Dr. Muhájir," schrie ich. "Es wird ein Vermögen kosten, die Bahá'í aus Alaska nach Deutschland zu bringen."
"Fahren Sie nach Hamburg," erklärte er ruhig, "dort wird man Ihnen das Geld geben."
Immer noch nicht überzeugt antwortete ich: "Dr. Muhájir, wenn ich fahre, wird man mir nicht einmal Zeit schenken, geschweige denn eine solche Summe Geldes."
"Sie fahren nach Hamburg und man wird Ihnen das Geld geben," insistierte er.
Ich fuhr nach Deutschland und traf mit dem Nationalen Rat der Bahá'í in Deutschland zusammen. Zunächst wollten sie wissen, welche Schritte sie als erstes durchführen sollten. Ich erklärte, dass der erste Schritt darin bestand, ein Lehrteam zusammen zu stellen, für das einige deutsche Bahá'í bräuchte, die bereit wären, drei oder vier Monate für die Lehrarbeit hinzugeben. Ich schlug vor, dass der Nationale Geiste Rat sich zusammen setzen möge und einen wirklichen Liebesbrief an jeden erklärten Bahá'í in Deutschland entwerfen solle, mit der Bitte, dass sie drei oder vier Monate teilnehmen sollten. Ich bat diese göttliche Institution, diesen Brief wirklich zusammen zu schreiben und dies nicht einfach dem Sekretär zu überlassen. Ich hatte das intensive Gefühl, dass so ein Brief die Inspiration benötigte, die Bahá'u'lláh dieses Körperschaft versprochen hatte, wenn sie in Beratung vereint war. Sie waren jedoch einhellig der Meinung, dass sie nur die Briefmarken verschwenden würden, und erklärten, dass sie schon große Schwierigkeiten hatten, die Freunde zu einer Samstagsabend Tombola einzuladen. Ich antwortete, dass ich vielleicht nicht zu einer Tombola kommen würde, sehr wohl aber zur geistigen Eroberung Deutschlands. Sie waren einverstanden, es zu versuchen, und ich versicherte ihnen, dass ich alleine gehen würde, wenn niemand kam. Sie wollten wissen, wie ich die Massenlehrarbeit in Deutschland geplant hatte. Ich sagte ihnen, dass die einzige Art und Weise, die ich kannte, Massenlehrarbeit zu machen, war, auf die Straße zu gehen, Menschen zu treffen und mit ihnen zu sprechen. Sie versicherten mir, dass dieser Ansatz in Deutschland nicht funktionieren würde, da die Menschen in Deutschland nicht mit Fremden sprächen. Ich erklärte, dass ich keinen Weg kannte, den Glauben zu lehren, ohne mit den Menschen zu sprechen. Daraufhin waren sie einverstanden (nur weil die Hand der Sache Dr. Rahmatu'lláh Muhájir sie angewiesen hatte, dieses Unternehmen zu unterstützen), dass ich die Straßenlehrarbeit in Deutschland versuchte.
Bahá'u'lláh
Anweisung: "Aller Preis und Ruhm seien Gott, Der, durch die Kraft Seiner Macht, Seine Schöpfung aus der Nacktheit der Nichtexistenz gebracht und mit dem Mantel des Lebens bekleidet hat."
An dieser Stelle würde ich gerne die Erzählung unterbrechen, um einen wichtigen Punkt klarzustellen. Wir, die Bahá'í, schränken die Macht Bahá'u'lláhs durch unsere eigenen negativen Gefühle ein. Die Macht, die die Sonne in ihre Umlaufbahn gesetzt hat, hat die höchste Macht, alles zu tun. Bahá'u'lláh hat der Menschheit alles gegeben, was sie benötigt, um das Königreich Gottes auf Erden zu errichten, aber in Form eines Bausatzes, den wir selbst zusammensetzen müssen, und Er hat uns Seiner unfehlbaren Hilfe versichert, wenn wir nur "den Anweisungen folgen."
Bahá'u'lláh
Anweisung: "Wer immer an diesem Tage die Lippen öffnet und den Namen seines Herren erwähnt, auf den sollen die Heerscharen göttlicher Eingebungen herniedersteigen aus dem Himmel Meines Namens, der Allwissende, der Allweise. Auf ihn soll auch die Versammlung der Höhe herniedersteigen, ein jeder mit einem Kelche reinen Lichtes."
Dann fuhr ich nach Hamburg, und dort gab es eine große Gemeinde sehr reicher Perser. Ich vermute, die Hand der Sache Dr. Rahmatu'lláh Muhájir hatte sie gebeten zu kommen. An diesem Abend kamen sie alle und spendeten über 30.000 US-Dollar. Dann fuhr ich weiter nach Alaska und fand 15 von der Liebe zu Gott berauschte und gut ausgebildete Soldaten aus Bahá'u'lláhs Armee des Lichtes. Diese waren alle kampferprobte Veteranen aus Alaskas Massenlehrprojekten. Ihre Reisekosten und ihre Verpflegung waren schon bezahlt, sodass das in Hamburg gesammelte Geld gar nicht benötigt wurde und an den Nationalen Geistigen Rat von Deutschland weitergegeben werden konnte.
Wir begannen unser Programm mit einem Training der Lehrer. Ich wartete, um zu sehen, ob irgendeiner der deutschen Freunde kommen würde. Als erstes kam ein junger Mann herein.
Ich begrüßte ihn und fragte; "Wie ist es möglich, dass Sie für eine so lange Zeit kommen können?"
Er erklärte: "Wissen Sie, ich erhielt diesen wundervollen Liebesbrief vom Nationalen Geistigen Rat. Als ich ihn las, hatte ich das Gefühl, es sei ein Liebesbrief von Gott, und Er bat mich, drei oder vier Monate lang zu kommen. Jetzt sagen Sie mir, wie hätte ich das ablehnen können?"
"Was mussten Sie tun, um kommen zu können?" fragte ich.
"Nun," sagte er, "ich musste die Universität verlassen, und ich hatte nur noch drei Monate bis zum Examen. Das bedeutet, dass ich im nächsten Herbst zurückgehen, die Studiengebühr nochmal zahlen und alles wiederholen muss."
Als dieser wunderbare, vergeistigte junge Mann erklärt hatte, was er getan hatte, wusste ich in meinem Herzen, dass wir die Ziele des Neunjahresplanes schon gewonnen hatten. Eines weiß ich mit Sicherheit, und das ist, dass die Sache Gottes auf Opfern errichtet ist. Wenn es kein Opfer gibt - glauben Sie mir, dann gibt es auch keinen Sieg.
`Abdu'l-Bahá
Anweisung: "Die Motte ist ein Opfer für die Kerze. Die Quelle ist ein Opfer für den Durstenden. Der aufrichtig Liebende ist ein Opfer für den Geliebten und der Sehnsuchtsvolle ist ein Opfer für das Ziel seiner Sehnsucht."
Nun kam eine Dame herein, und ich fragte: "Was ist geschehen, dass sie gekommen sind?"
Sie antwortete: "Ich erhielt diesen wunderschönen Liebesbrief, in dem ich gebeten wurde, zu kommen, und ich ging direkt hinüber zum Telefon, rief meine Nachbarin an und bat sie, meine Katzen zu füttern, und da bin ich."
Ein anderer Mann trat ein, und ich stellte die gleiche Frage.
"Ich erhielt diesen Brief, ging zu meinem Chef und bat um Auszeit, und er sagte, das wäre eine gute Zeit dafür, da die Geschäfte nur schleppend liefen. Also bin ich da."
Der nächste erklärte: "Ich bat um Auszeit, und der Chef sagte, das ginge auf gar keinen Fall, deshalb habe ich gekündigt, und da bin ich."
Die nächste Frau erzählte: "Ich bekam diesen wunderschönen Liebesbrief, deshalb rief ich meine Schwiegermutter an und bat sie, ihren Sohn zu füttern und auf die Enkel aufzupassen. Ich würde an einem Neunjahresplan teilnehmen und wäre die nächsten drei Monate nicht da."
So kamen sie aus jeder Ecke Deutschlands. Opferbereite, spirituelle Seelen, insgesamt 45 deutsche Soldaten für die Front und die 15 Freunde aus Alaska. Ich hatte noch keine Vorstellung, was die Bahá'í aus Alaska helfen könnten, da keiner von ihnen deutsch sprach. Wir hatten ein Team von 60 gottergebenen Engeln Bahá'u'lláhs.
Während des Lehrer-Vorbereitungsinstituts wollten sie wissen, wie wir vorgehen würden, und als ich erklärte, dass wir auf die Straßen Deutschlands gehen und den Menschen von Bahá'u'lláh erzählen würden, waren die Deutschen entgeistert; sie alle versicherten mir, dass man das in einem Lande wie Deutschland nicht tun könne. Wie ich schon zum Nationalen Geistigen Rat gesagt hatte, sagte ich auch ihnen, dass ich in meinem ganzen Leben niemanden habe lehren können, ohne mit ihm zu sprechen. Diese Deutschen waren ganz besondere Menschen. Ihnen gefiel die Idee nicht und sie waren sicher, dass sie nicht funktionieren würde, aber sie willigten ein, sie irgendwie zu versuchen.
Wir müssen uns auch dessen bewusst sein, dass diese Sache Gottes am 22. Mai 1844 mit einem Straßenlehrer ihren Anfang nahm. Der Báb verließ Sein Haus und begab Sich an die Stadtgrenze, um einen Fremden zu treffen, und ihn lud Er in Sein Haus ein. Dann stellte Er Fragen, hörte zu und hatte ein Fireside. Das Ergebnis war die erste Erklärung am 23. Mai 1844.
Es war ein kalter Tag im Februar und der Boden war mit Schnee bedeckt. Wir erreichten das Haus der Andacht in Langenhain morgens um 4:30 Uhr. Wir, alle 60, umschritten den Muttertempel Europas, und jeder sagte still für sich ein Tablet an Ahmad. Das war sicherlich eine Erfahrung, die das ganze Leben bereicherte. Als wir das Haus der Andacht verließen, ging eben die Sonne auf.
Mit Bussen fuhren wir in ein Dorf. So nennt man a village auf deutsch. Die Bahá'í stiegen aus, und so startete das Programm in Deutschland. Am Abend kehrte das ganze Team zurück - mit langen Gesichtern und unerfreulichen Berichten. Ein Teammitglied sagte mir, es sei wirklich schrecklich gewesen. Er sagte, er habe versucht, mit einem Mann zu sprechen, aber dieser Mann habe nur etwas gebrummt und sei weggegangen. Die Freunde aus Alaska erklärten mir, nach ihrem Gefühl läge das Problem darin, dass die Liebe aus dem Kopf käme und nicht aus dem Herzen. Deshalb brachte ich alle in unsere Halle, und wir hatten eine Beratung über Liebe.
`Abdu'l-Bahá
Anweisung: "Die Essenz der Lehren Bahá'u'lláhs ist die allum-fassende Liebe, denn sie schließt alle Vortrefflichkeiten der Menschheit ein."
Wir hatten dann eine 24-stündige Gebetskette. Ich wies die Teammitglieder an, zu beten, zu bitten, Bahá'u'lláh anzuflehen, er möge ihnen Herzen voller Liebe schenken, wenn sie in dieser Nacht ihre Gebete sprachen.
Am nächsten Abend, als das Team zurückkehrte, war es verwandelt. Ein Mann erzählte mir: "Ich versuchte nicht wieder jeden auf der Straße anzusprechen wie ich es gestern getan hatte. Ich stand einfach an der Ecke und beobachtete, wie die Leute kamen und gingen. Ich sah einen Mann, der einige Häuserblöcke entfernt um die Ecke ging und dachte bei mir selbst: 'Ich liebe diesen Mann. Er ist mein Bruder. Ich habe meine Arbeit aufgegeben und bin hergekommen, weil ich ihn so sehr liebe, dass ich mit ihm das Kostbarste in meinem Leben teilen möchte, und das ist die Sache Gottes.' Sobald ich diese innere Überzeugung hatte, fühlte ich solche Liebe mich durchfluten. Sie kam nicht von mir, sondern durch mich. Diese Liebe war wie ein Fluss, und er floss von mir die Straße hinunter, und als sie diesen Mann erreichte, begann er zu lächeln. Ich ging zu ihm hin. Er kam mir entgegen. Als wir uns trafen, sagte ich: 'Haben Sie jemals von Bahá'í gehört?'
'Nein', sagte er, 'bitte, erzählen Sie mir!'
Deshalb lud ich ihn in ein Café ein, und auf alles, was ich sagte, antwortete er: 'Ist das nicht wundervoll?' Man konnte diese intensive, göttliche und spirituelle Liebe um uns herum fühlen. Nach ungefähr 2 Stunden bat dieser Mann, ob er wohl bitte Bahá'í werden könne."
Alle Teammitglieder strahlten und sie hatten alle ähnliche Geschichten zu berichten. In den drei Monaten wurden alle Ziele des Neunjahresplanes gewonnen.
`Abdu'l-Bahá
Anweisung: "Gib, dass mein Herz von Liebe zu Deinen Geschöpfen überfließe..."
Ich denke, dass jeder Bahá'í, tief in sich selbst, weiß, dass Liebe die Antwort ist und das Geheimnis erfolgreichen Lehrens. Wenn wir diese Liebe nicht fühlen oder nicht in der Lage sind, sie zu zeigen, lasst uns tun, was diese Deutschen taten, nämlich die Gesegnete Schönheit anflehen, uns ein liebendes Herz zu schenken.