Gastvortrag vom Völkerrechtler Maximilian Bertamini am 27.10.2024
Um die Bedeutung des Völkerrechts trotz Kriegen in der Welt zu erläutern, war der
renommierte Völkerrechtler Maximilian Bertamini am 27.10.2024 im Baháʼí Zentrum Witten
für einen Vortrag zu Gast.
Die Bedeutung des Völkerrechts für den internationalen Frieden
In einer Welt, die von Konflikten und Unsicherheiten geprägt ist, ist das Völkerrecht von
zentraler Bedeutung. Es soll internationalen Frieden sichern und Gewalt zwischen Staaten
verhüten.
Bertamini befragte die Zuhörer, was für sie unter Frieden verstehen. Dann erklärte er den
Begriff aus Sicht des Völkerrechts. Nach diesem ist Frieden mehr als die bloße Abwesenheit
von Krieg. Neben einem Friedenszustand müssen auch Friedensbedingungen erfüllt sein, um
einen Frieden zu schaffen, der den Namen verdient. Dazu gehören zum Beispiel die Wahrung
gewisser menschenrechtlicher Standards sowie die Achtung von Selbstbestimmung.
Schweigen die Waffen nur, weil ein rechtswidrig angegriffener Gegner geschlagen und
unterworfen ist, dann ist der Begriff des Friedens trügerisch.
Das Völkerrecht kenne die Wege zum Frieden. Es durchzusetzen, ist laut Bertamini jedoch
aus vielen legitimen Gründen nicht immer leicht. Reformen von internationalen Institutionen
wie den Vereinten Nationen wären dafür nötig, um wirksamer auf Verstöße gegen
internationales Recht reagieren zu können.
Trotz der Herausforderungen, mit denen die Durchsetzung des Völkerrechts konfrontiert ist,
zeigte Bertamini, dass im Großen und Ganzen ein positives Fazit für die Geltung des
Völkerrechts gezogen werden müsse, denn: Die allermeisten Staaten halten sich weitgehend
an völkerrechtliche Normen. Selbst Staaten, die gegen das Völkerrecht verstoßen, bemühen
sich darum, als rechtskonform wahrgenommen zu werden. Dies zeige, dass das Völkerrecht
auch in schwierigen Zeiten eine wichtige normative Funktion erfüllt.
Zum Abschluss ermutigte Bertamini zu drei Dingen: Erstens, das Völkerrecht trotz Kriegen in
der Ukraine und dem Nahen Osten nicht aus lauter Zynismus gering zuschätzen. Zweitens,
einfache Parolen zum Thema Frieden mit Skepsis zu betrachten und stattdessen einen
anspruchsvollen Friedensbegriff wählen. Und drittens, für diejenigen Wertungen einzutreten,
die auch das Völkerrecht trifft. Etwas rechtlich zu regeln, entbinde niemanden von der
Verantwortung, diese Regeln auch zu leben.
Teilnahme an den Wittener Friedensgebeten 2016
Gebet aus den Schriften der Bahá'í:
O Gott, mein Gott! Du siehst mich, Du kennst mich. Du bist mein Hafen und meine Zuflucht. Ich habe keinen gesucht und will keinen suchen denn Dich. Keinen Pfad habe ich betreten und will keinen betreten als den Pfad Deiner Liebe. In der Verzweiflung dunkler Nacht wendet sich mein Herz voll Hoffnung dem Morgen Deiner grenzenlosen Gunst zu, und zur Stunde der Morgendämmerung wird meine matte Seele erfrischt und gestärkt im Gedenken an Deine Schönheit und Vollkommenheit. Wem die Gnade Deines Erbarmens hilft, der wird, und wäre er nur ein Tropfen, zu einem endlosen Meer, und das kleinste Atom leuchtet dank der Ausgießung Deiner Güte gleich einem strahlenden Stern.
Birg unter Deinem Schutz, Du Geist der Reinheit, Du allgütiger Versorger, Deinen entzückten, entflammten Diener. Hilf ihm, in der Welt des Seins standhaft und fest an Deiner Liebe zu hangen, und lass diesen Vogel mit gebrochenem Flügel in Deinem göttlichen Nest auf dem himmlischen Baume Schutz und Zuflucht finden.
Bahá’u‘lláh
Veranstaltungen und Kalender mit Terminen der Bahá'í-Gemeinde Witten
Veranstaltungen der Gemeinde sind im Kalender einzusehen
Alle Veranstaltungen finden im Zentrum, Annenstr. 137, in 58453 Witten statt.
Bei allen öffentlichen Veranstaltungen sind Freunde und Interessenten herzlich willkommen!
Bei Fragen zu den Veranstaltungen oder zu den Termineinträgen nutzen Sie bitte den Kontakt zur Gemeinde auf dieser Webseite.
Offizielle Eröffnung des Gemeindezentrums am 25.02.2018
Mit einer offiziellen Eröffnungsfeier und einem Tag der offenen Tür feierte die Wittener Bahá'í-Gemeinde am 25.02.2018 die Eröffnung des neuen Gemeindezentrums in der Annenstr. 178. Die Stadt Witten wurde durch den stellvertretenden Bürgermeister Lars König vertreten. "Dies ist ein sehr schöner Ort, den sie hier gefunden haben. Man fühlt sich hier sofort wohl.", betonte der Vize-Bürgermeister.
Zahlreiche Wittener kamen, um das neue Bahá'í-Zentrum kennenzulernen.
Die Feier wurde mit einer interreligiösen Andacht und einem Gesangsworkshop abgeschlossen.
Weltreligionstag 2017
Der Offenbarung jedes himmlischen Buches, ja jedes von Gott offenbarten Verses liegt die Absicht zugrunde, alle Menschen mit Rechtschaffenheit und Verstand zu begaben, damit Friede und Ruhe fest unter ihnen begründet seien. Was immer den Herzen der Menschen Zuversicht einflößt, was ihre Stufe erhöht oder ihre Zufriedenheit fördert, ist vor Gott annehmbar.
Baha'u'llah, Ährenlese 101:1
Dieses Zitat erklärt die Bemühungen der Wittener Bahá’í-Gemeinde, die auch 2017 wieder zum Tag der Religionen einladen hatte.
Während in diesen Zeiten religiös begründeter Fundamentalismus und Terrorismus versuchen, immer tiefere Gräben zwischen den Menschen zu errichten, nimmt erfreulicherweise auf der anderen Seite die Bereitschaft zu, anderen Menschen ihre eigenen Glaubensformen zuzugestehen und sich trotzdem mit ihnen im Glauben verbunden zu fühlen. Die Frage nach der Wahrheit eines Glaubensinhalts führt bei ihnen nicht zur Aufgabe oder zum Ausschluss von Gemeinschaft, sondern zu gegenseitigem Respekt und Interesse. Wenn Glaube als Geschenk (Gottes) verstanden wird, kann auch bei großen Unterschieden das Wesentliche des Glaubens bei anderen als vorhanden und wirksam vorausgesetzt und gesehen werden. Dabei ist auch daran zu erinnern, dass in vielen Religionen nicht die Wahrheitsbehauptung für eine Lehre das Wichtigste ist, sondern die Liebe.
Die Bahá’í glauben an die Einheit der Menschheit, an die einheitliche und friedliche Zielsetzung aller Religionen und an das Wirken eines Gottes. Diese Einheit muss aber erfahren werden, sie ist kein Geschenk, sondern Ergebnis unseres gemeinsamen Handelns.
Aus diesem Grund fand am Mittwoch, dem 18.1.2017 eine kleine Andacht statt, in der aus den Schriften verschiedener Religionen gelesen wurde.