Besuch der Landesgartenschau am 22.09.2017
Bahá'í aus Witten besuchten am 22.09.2017 die Landesgartenschau in Bad Lippspringe.
Der Glaubensgarten ist eine Hauptattraktion auf der Landesgartenschau in Bad Lippspringe. Er besteht aus einem zentralen, in einer Lichtung hoher Bäume liegenden Pavillon, von dem aus strahlenförmig verbindende Wege in sieben kleine Gärten führen. Diese liegen jeweils einige Meter auseinander und sind durch Hecken rechteckig eingefasst. Christen, Juden, Hindus, Buddhisten, Sikhi, Moslems und Bahá'í haben so jeweils ihren eigenen Garten. Jeder dieser Gärten ist mit Pflanzen und Symbolen geschmückt und mit besonders wichtigen Zitaten versehen.
Der Garten der Bahá'í soll eine gepflanzte Einladung zu Ruhe, Gebet und Mediation sein. Nach Überzeugung der Bahá'í ruht „… die Natur in ihrem innersten Wesen in der machtvollen Hand Gottes...“ Das terrassenartige Wasserspiel erinnert an die 19stufigen Gärten in Haifa.
Im zentralen Pavillon wurden um 15 Uhr anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums des Jahrestages der Geburt Bahá’u’lláhs einige Vertreter aus Gesellschaft und der Religionen gebeten, zu Zitaten der Bahá'í Religion ihre Gedanken zu äußern. Die Zitate waren frei wählbar.
Den katholischen Priester fand diese Aussage von Abdu'l-Bahá besonders schön: „Die Menschenwelt hat zwei Flügel: Den einen bilden die Frauen, den anderen die Männer. Erst wenn beide Flügel gleichmäßig entwickelt sind, kann der Vogel fliegen.“ Zu dieser Aussage könne man im Hinblick auf die katholische Kirche sicher einiges ausführen, doch wichtiger erschien es ihm nach vergleichbaren Aussagen in der Bibel zu suchen. So heiße es in der Schöpfungsgeschichte: Mann und Frau werden ein Fleisch.
„Bei den Bahá'í Zitaten habe ich mich immer wieder selbst dabei ertappt, wie ich beim Lesen genickt habe und nur zustimmen konnte. Und ich muss ehrlicherweise gestehen, wenn ich nicht aus tiefstem Herzen Christ wäre, könnte man glatt zu einem Bahá'í werden. Wobei ich meine verstanden zu haben, dass ich als Christ auch schon ein wenig Bahá'í bin und alle Bahá'í schon ein wenig Christen sind.“
Vor einer anschließenden Andacht der Bahá'í wurden Teilnehmer und Gäste mit Gebäck und Tee beköstigt und so kam man schnell mit netten Menschen ins Gespräch. Abends vermischte sich dann ein heftiger Regenschauer mit den Sonnenstrahlen zu einem tollen Regenbogen über den Bäumen.
So endete ein schöner Tagesausflug, an den sich die Besucher aus Witten noch lange gern erinnern werden.
Diese Veranstaltung ist Teil des Programms „Schritte auf dem Weg zur Einheit“ der Wittener Bahá’í-Gemeinde, anlässlich des 200. Geburtstages ihres Religionsstifters Bahá’u’lláh.
Tag der Religionen 2015 - Ansprache
Liebe Gäste, liebe Freunde,
ich bin Mitglied der Wittener Bahá’í-Gemeinde und ich freue mich sehr, Sie heute hier – in diesen wunderschönen Räumen- im Namen der Bahá’í- Gemeinde Witten zum Tag der Religionen begrüßen zu dürfen.
Der Weltreligionstag wurde 1950 von Bahá‘ís in den USA ins Leben gerufen und wird inzwischen in mehr als 80 Ländern am 19. Januar gefeiert.
Der Weltreligionstag will den Dialog der Religionen und das Verständnis füreinander fördern.
Die heutige Veranstaltung hier in Witten steht in keiner Konkurrenz zu anderen interreligiösen Veranstaltungen, wie z. B. die Friedensgebete oder die Perlen der Religion, die hier schon eine gute Tradition haben, sondern soll sich in das Angebot interreligiöser Veranstaltungen bereichernd einreihen. Wir hoffen, dass es von einem Gegeneinander der Religionen über ein Nebeneinander zu einem Miteinander kommen wird.
Bevor ich zum Ablauf der Veranstaltung etwas sage, möchte ich aus der Schrift „Bahá’u‘lláh und das Neue Zeitalter“ etwas vorlesen.
„Wenn wir die Religionen durchforsten, um die ihnen zugrunde liegenden Prinzipien zu entdecken, so werden wir sie in Übereinstimmung finden, denn ihre grundlegende Wirklichkeit ist eine und nicht vielerlei.
Dadurch werden die religiösen Menschen dieser Welt zu dem Punkte der Einheit und Versöhnung gelangen.“
Neues Gemeindezentrum eröffnet am 01.11.2017
Die Wittener Bahá'í-Gemeinde hat am 01.11.2017 ein Gemeindezentrum erhalten und hat dies mit einer kleinen Andacht am Sonntag, dem 29.10.2017 um 17.00 Uhr gefeiert.
Adresse: Witten-Annen, Annenstr. 137
Es genügt nicht, fleißig um Führung zu beten. Auf das Gebet muss vielmehr das Nachdenken über die beste Handlungsweise folgen und dann das Handeln selbst.
Shoghi Effendi
Wohnvisionen - Referat am 19.10.2017
Wohnvisionen - Veranstaltungsrückblick
Menschen sind soziale Wesen, wir alle brauchen und suchen die Gemeinschaft. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude! Allerdings sind wir alle auch Individualisten und haben jeweils sehr eigene Vorstellungen und Interessen. Dies macht jedes Miteinander zu einer spannenden Herausforderung.
An diesem Abend beschäftigen wir uns daher mit Wohnvisionen. Da geht es nicht nur um Architektur, die für ein Miteinander geeignet ist, sondern auch um die Organisation von Gemeinschaft. Bevor wir auf Vorstellungen und Visionen der Teilnehmer eingehen, genießen wir einige spannende Vorträge.
Herr Ingo Müller Küsel ist Architekt und Teilhaber im Dortmunder Architekturbüro Planwerk und präsentiert ein Beispiel, wie in einer Baulücke auf kleinster Fläche ein schmuckes Eigenheim entstehen kann. Und dies zu überschaubaren Kosten. Herr Müller Küsel weist darauf hin, dass viele ein Eigenheim zu einem Zeitpunkt ihres Lebens bauen, in dem sie noch mit Kindern und vielleicht sogar noch Eltern zusammenleben. Später schrumpft die Gemeinschaft. Ältere Leute hängen an ihrem Heim, sie verpassen allzu leicht den Absprung. Irgendwann werden Haus und Garten in mehrfacher Hinsicht zu groß.
Herr Bernd Eckstein ist als Baubiologe und Energieberater tätig und seit vielen Jahren in der Projektgruppe Ökodorf Ruhrgebiet. Sein Augenmerk gilt der Permakultur, also der Nachhaltigkeit durch eine ökologisch ausgerichtete Bau- und Lebensweise. Hierzu stellt Herr Eckstein das Ökodorf Siebenlinden (ca. 100 km östlich von Hannover) vor. Die Bewohner bauen ihre Häuser selbst nach den Standards ihrer Genossenschaft aus regionalen Baustoffen und Recyclingmaterial, insbesondere aus besonders fest gepressten Strohballen. Dieses Baumaterial sorgt für exzellente Wärmedämmung und gutes Raumklima. Die Baukosten sind sensationell niedrig. Es gibt eine zentrale Küche, in der ausschließlich vegetarisch gekocht wird. In Siebenlinden leben knapp 150 Menschen, alle Erwachsenen sind Mitglieder einer Genossenschaft, die als oberste Selbstverwaltungseinheit im Dorf und als Grundeigentümerin fungiert. Die Gemeinschaft organisiert sich basisdemokratisch über ein Rätesystem, in dem sich entsprechende Bahá'í Prinzipien wiederfinden.
Frau Inga Böker arbeitet in einem großen Dortmunder Architekturbüro, SCHAMP & SCHMALÖER. Frau Böker stellt das spektakuläre Tietgen-Studentenwohnheim in Kopenhagen vor, das diverse Architektenpreise gewonnen hat. Das Wohnheim ist kreisrund, siebengeschossig und beinhaltet 30 Wohngemeinschaften mit jeweils 11 Einzelzimmern und einem Doppelzimmer. Mobile Trennwände ermöglichen eine individuelle Raumnutzung. Während alle Privaträume am Außenkreis liegen, befinden sich Gemeinschaftsküche, Wohnzimmer und Balkon im Innenkreis. Von dort blickt man auch auf den Innenhof, das heißt auf eine Gartenanlage, die zum Verweilen einlädt. Im Erdgeschoss finden sich Räumlichkeiten für Fahrräder, Waschmaschinen, Fitness etc. Der Komplex lässt keine Wünsche offen und lädt zum gemeinsamen Wohnen in urbaner Umgebung ein.
Aus der Planungsgemeinschaft WinG Wit - Wohnen in Generationen Witten - stellen Gabriele Hesse und Jochen Kowalski unter dem Motto "Einer allein kann kein Dach tragen" Ergebnisse und Erfahrungen der Zukunftswerkstatt Wohnvisionen vor. Ziel der Gemeinschaft ist das gemeinsame Planen und Verwirklichen einer Wohnanlage, in der bestimmte Grundgedanken auf das Einverständnis aller Mitbewohner treffen. Dazu gehört unter anderem ein gemeinsames Menschenbild und eine Beratungskultur nach Bahá'í Prinzipien.
In einer offenen Schlussrunde konnten sich alle Teilnehmer offen ihre Gedanken äußern. Es folgen einige Beiträge aus der Teilnehmer-Runde:
- Bei Häusern mit kleiner Grundfläche findet das Wohnen oftmals auf zwei Etagen statt, für ältere Bewohner können Treppenlifte hilfreich sein.
- Gibt es nähere Informationen zu den Strohballen? (Ja gibt es hier: http://fasba.de/ und https://www.strohballenhaus.org/ mit vielen interessanten Informationen!)
- Beim Leben mit Kindern sollten die Potentiale von Kindern gefördert und auch wahrgenommen werden. Ebenfalls beim Miteinander von Jung und Alt. Dies ist besonders beim Mehrgenerationenwohnen möglich. Kinder geben auch alten Menschen wieder eine wichtige Aufgabe. Beim Mehrgenerationenwohnen wären Kinder behütet und Eltern deutlich entlastet
- Ich möchte meinen Lebensabend im Grünen verbringen! Am liebsten in Stockum. Nur Durchholz ist noch schöner! Eine Art Tietgen-Wohnheim ließe sich auch im Grünen realisieren. Es gibt auch viereckig angelegte Wohnkomplexe.
- Dächer eigenen sich nicht nur für Solarzellen sondern auch für Wintergärten.
- Leben im Wohnwagen ist nicht nur im Urlaub möglich. Es gibt 40 qm große Mobilhomes etwa aus Holz für weniger als 60.000 €. Warum nicht einen Hektar Land anmieten und eine Gemeinschaft auf dieser Basis gründen?
- Erst wenn ich alleine dastehen würde, könnte ich mich wirklich für ein Gemeinschaftswohnprojekt begeistern.
- Kleine Häuser sind für viele Länder gängige Lösung und ermöglichen individuelle Entfaltung. Grundsätzlich wird zu wenig gebaut. Parkraum ist ohnehin zu knapp.
- Ein Blockheizkraftwerk ist eine attraktive Lösung zur Strom- und Wärmeerzeugung für mehrere Parteien.
- Begegnung und Gemeinschaft in einem Hüttendorf ist wetterabhängig. Gemeinschaftsräume müssen erreicht werden. Wohnkomplex bietet ständige Begegnungsmöglichkeit und bei geeigneter Architektur in jeder Richtung. Bewegung an frischer Luft ist allerdings auch positiv zu bewerten.
- Ich möchte rechtzeitig die Menschen auswählen, in deren Nähe ich meinen Lebensabend verbringen möchte. Aktiver Veränderungsprozess ermöglicht befriedigende Wohn- und Lebensformen.
- Mehrere Generationen sind wichtig. Gute Durchmischung ist nicht nur spannend, sondern auch eine Kunst. Es gibt Nachbarschaften, da werden dann doch wieder Zäune gebaut.
- Ich fühle mich noch zu jung, um in diese Richtung zu denken.
- Im Norden sind Gemeinschaftsprojekte viel bekannter und populärer.
- Ich wohne mit zwanzig Parteien im Haus und lasse einfach den Wohnungseingangsschlüssel stecken, was soll schon passieren.
Eingebrochen wurde bei uns immer, wenn wir im Urlaub waren und alles verrammelt war. Wenn die Tür offen war, kam nie etwas weg.
Wir treffen uns allabendlich, haben Gemeinschaftseinrichtungen im Haus. Das ist toll. Gemeinschaftswohnprojekte bieten die Möglichkeit der Ressourcenschonung. Sehr viel Eigentum kann gemeinschaftlich genutzt werden. - Ich bin froh, dass ich hierhergekommen bin. Wir haben uns allerdings rechtzeitig aktiv für eine Wohnung in der Stadt entschieden und finden somit alles vor der Haustür. Im Wiesenviertel werden Nachbarschaften nun bewusst wahrgenommen. Man kann durchaus auch in der eigenen Nachbarschaft aktiv werden. Ein Eigenheim kann zum Fluch werden, wenn man nicht loslassen kann. In Amerika trennen sich Leute nicht nur vom Haus sondern oft genug auch von den Möbeln.
- Ich möchte nun eine Veränderung bewusst steuern, Freunde für ein Miteinander finden und bin bereit, mich von meiner liebevoll gestalteten Immobilie und Garten trennen. Irgendwann möchte ich mehr Zeit für andere Dinge. Wichtig ist für mich, die Ausrichtung meines Balkons zur Sonne.
- Die Menschen im Tietgen-Studentenwohnheim begegnen sich alle zunächst einmal als Fremde und werden im Laufe der Zeit zu Freunden.
Es gibt keine Fremden, nur Freunde, die man noch nicht kennengelernt hat. - Ältere Menschen können Seminare anbieten und es würde Spaß machen, mal wieder Doppelkopf zu spielen.
- Wärmetechnisch ist ein kompakter Bau ideal. Baulich könnte allerdings auch ein Mix entstehen aus Zentralgebäude und Einzelhäusern, diese Kombination ist vermutlich ideal.
- Wir Menschen sind das große Fragezeichen. Architektur ist nur ein Aspekt. Wir scheuen uns nicht nur vor Veränderung der Umgebung, sondern auch vor möglichen Konflikten.
- Ich habe erstmal das Glück, dass meine Frau viel jünger ist als ich. Auch meine Kinder sagen immer, Papa komm doch zu mir. Aber Freunde kann man nicht genug haben. Ich kann sicher als Arzt in eine Wohngemeinschaft ziehen. Da muss ich einen Witz erzählen: Geht jemand zum Arzt, der fragt: Was haben Sie denn? Antwort: Wohnzimmer und Küche. Nein, ich meine, was fehlt Ihnen denn? Na, Schlafzimmer und Badezimmer!
- Aus der Zukunftswerkstatt habe ich mich nur ausgeklinkt, weil diese nun in eine konkrete Phase eintritt. Mich interessiert es, Lebensraum zu schaffen, in dem Kinder und ältere Menschen behütet sind, so dass sich deren Eltern und Menschen mittleren Alters auch beruflich frei entfalten können. Meines Erachtens sollte man die die Finanzierung Investoren überlassen. Damit ist man als Bewohner ungebundener.
Investoren sind reichlich vorhanden, aber es gibt kaum verfügbare Flächen. Genau genommen gibt es viele Flächen, die jedoch häufig nicht zur Bebauung freigegeben sind. - Man muss nur Leute finden, die von einem Projekt begeistert sind. So entstand auch die Stiftung, durch die das Tietgen-Studentenwohnheim realisiert wurde.
- Trias kauft Grundstücke auf oder will diese geschenkt haben. Damit sie für Gemeinschaften zur Verfügung stehen und die Grundstücke aus der Spekulation sind. Allerdings wird auch eine Menge Gegenleistung erwartet. Rechnet sich nicht unbedingt.
- Auch die GLS Bank bietet Finanzierungsmöglichkeiten.
- Eine Bitte an alle Teilnehmer der heutigen Runde: Verbreitung der Idee Zukunftswerkstatt bzw. des konkreten Vorhabens eines Mehrgenerationenprojektes für Witten.
Diese Veranstaltung ist Teil des Programms „Schritte auf dem Weg zur Einheit“ der Wittener Bahá’í-Gemeinde, anlässlich des 200. Geburtstages ihres Religionsstifters Bahá’u’lláh.
Musik verbindet - Chor-Workshop im ehem. Café Leye am Samstag, dem 23.9.2017
Musik verbindet – unter diesem Motto luden der Chor „KlangLicht“ und die Projektfabrik Witten zu einem Workshop ein.
Im ehemaligen Café Leye sind am Samstag, dem 23.9.2017 von 15.00 bis 18.00 Uhr Menschen zusammengekommen, die Freude daran hatten, miteinander zu singen und inspirierende Lieder, auch aus anderen Kulturkreisen, kennen zu lernen.
Unter der Anleitung von Martin Martmöller konnten die Mitmachenden einen kleinen Schatz an Liedern mit nach Hause nehmen.
Diese Veranstaltung ist Teil des Programms „Schritte auf dem Weg zur Einheit“ der Wittener Bahá’í-Gemeinde, anlässlich des 200. Geburtstages ihres Religionsstifters Bahá’u’lláh.