






Leseempfehlungen
„Enough!“ (Genug!)
Am Samstag, den 14. Mai 2016 jährt sich zum 8. Mal die Inhaftierung der sieben „Yaran“, die zuvor als informelles Führungsgremium die Belange der iranischen Bahá’í-Gemeinde koordiniert hatten. Bahá’í-Gemeinden erinnern aus diesem Anlass überall an den aufopfernden Dienst, den die Yaran ihrem Land und der Menschheit widmeten und für den sie eine vollkommen ungerechte, lange Haftstrafe verbüßen müssen.
Der unermessliche und hingebungsvolle Dienst dieser sieben Freunde – Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm – wurde zum Jahrestag der Inhaftierung vor zwei Jahren in einem Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 13. Mai 2014 an die Bahá’í im Iran wie folgt gewürdigt: „... ein weiteres Jahr ist vergangen, seit eine Gruppe Ihrer Mitgläubigen inhaftiert wurde – ergebene und loyale Bürger Ihres Landes, die es sich, obwohl man ihnen selbst die grundlegenden Menschenrechte vorenthält, zur Aufgabe gemacht hatten, ihre Gemeinde in ihren Angelegenheiten zu unterstützen, ihre Kinder zu erziehen, ihren von den Universitäten ausgeschlossenen Jugendlichen beizustehen, sich um die Alten zu kümmern und gemäß ihren eigenen geistigen Geboten zu leben – um so einen edlen Lebensstil zu fördern und zu helfen, eine dynamische Gesellschaft aufzubauen. Wegen dieser „Verbrechen“ wurden sie ins Gefängnis gesperrt. ...“
Wir rufen die Freunde auf, die Yaran in ihre Gebete mit einzuschließen und ihnen in der Zeit um diesen Jahrestag besondere Dienste zu widmen, die ihnen und zahllosen Freunden in der Wiege unseres Glaubens versagt bleiben.
Aus diesem Anlass wird die Bahá’í-Gemeinde weltweit in den sozialen Medien (Facebook und Twitter) gemeinsam mit ihren Freunden in einem Aktionstag mit dem Aufruf „Enough!“ (Genug!) ihre Stimme erheben und von der iranischen Führung die Freilassung der Yaran fordern. Die Freunde sind eingeladen, zu diesem Anlass in den sozialen Medien zusammen auch mit ihren Freunden teilzunehmen und unter Verwendung des „Hashtags“ #ReleaseBahai7Now ihren Beitrag zu der Aktion zu leisten.
Die Bahá’í-Gemeinde Deutschland wird darin fortfahren, bei allen denkbaren Gelegenheiten – auch auf der höchsten Ebene unseres Landes – auf die Lage der Freunde im Iran hinzuweisen und ihren unschätzbaren Beitrag zum Wohlergehen der ganzen Menschheit unterstützen.
Fremdenfeindlichkeit und Fanatismus dürfen nicht religiös begründet werden!
Am 9. März 2016 traf sich der Runde Tisch der Religionen in Deutschland zu seiner halbjährlichen Sitzung in Frankfurt/Main. Aus aktuellem Anlass verabschiedeten dabei die Mitglieder der größten in Deutschland vertretenen Religionsgemeinschaften eine gemeinsame Stellungnahme zur Flüchtlingsfrage. Darin bekräftigten sie unter anderem, dass sie „alles, was einem Willkommensklima in unseren Gemeinden und unserer Gesellschaft dient - in Begegnung, Verständigung und Kooperation aus tiefer Überzeugung unterstützen“. Als Vertreter der Bahá’í-Gemeinde in Deutschland war Dr. Nicola Towfigh dabei.
Die Bahá'í-Gemeinde Witten schließt sich der nachfolgenden Erklärung an.
Mittwoch, 16. März 2016
Erklärung des Runden Tisches der Religionen in Deutschland zur Flüchtlingsfrage
Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.
Levitikus / 3. Mose 19,33-34
Jesus spricht: „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen oder nicht aufgenommen. ... Was ihr für meine geringsten Brüder und Schwestern getan habt oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan oder nicht getan.“
Nach Matthäus 25,35.40
O ihr Menschen. Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Der Angesehenste von euch bei Gott, das ist der Gottesfürchtigste von euch. Gott weiß Bescheid und hat Kenntnis von allem.
Koran Sure 49,13
Die Erde ist eine Heimat. Alle Menschen sind ihre Bürger.
Baha’u’llah
Sieh jeden Bittenden als deinen spirituellen Meister an.
Vimalakirti Sutra (Buddhismus)
Die Aussagen unserer heiligen Schriften im Blick auf Fremde, auf Bedürftige und auf das Verhältnis der verschiedenen Völker zueinander sind eindeutig. Sie entsprechen der zentralen Aussage der Menschenrechtserklärung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Für Menschen, die in den Traditionen ihrer Religionen leben, sind sie verbindlich. Fremdenfeindlichkeit und Fanatismus dürfen nicht religiös begründet werden!
Für die Religionsgemeinschaften ergeben sich in der gegenwärtigen Flüchtlingskrise folgende Maßstäbe:
Bei allen notwendigen Maßnahmen ist die Würde jedes einzelnen Menschen und die Perspektive eines gelingenden Zusammenlebens national und international zu achten.
Das gilt für die Bekämpfung der Fluchtursachen ebenso wie für die Versorgung in den Flüchtlingslagern der verschiedenen Länder, für die Aufnahme in Deutschland und auch für unvermeidliche Rückführungen.
Wir setzen uns insbesondere ein für gemeinsame Aktionen der Religions-gemeinschaften im nationalen wie im internationalen Rahmen. Dabei hat die Freiheit in umfassendem Sinne für uns besonderes Gewicht, indem wir verfolgten und marginalisierten Gruppen zur Seite stehen wollen. Alles, was einem Willkommensklima in unseren Gemeinden und unserer Gesellschaft dient - in Begegnung, Verständigung und Kooperation -, unterstützen wir aus tiefer Überzeugung.
Für die Mitglieder des Runden Tisches der Religionen in Deutschland (RT/D) aus dem Zentralrat der Juden, der evangelischen Kirche, der römisch-katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche, der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), dem Islamrat, dem Zentralrat der Muslime, der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) und dem Nationalen Geistigen Rat der Baha'i.
gez. Dr. Franz Brendle
Geschäftsführer des Runden Tisches der Religionen Deutschland
Gemeinsam für eine Kultur ohne Vorurteile
Statement des Bahá'í Frauen Forums gegen Sexismus und Rassismus
– anlässlich der Jubiläumstagung 20 Jahre BFF – 21.-22. Oktober 2016 –
Das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen und Traditionen stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Begreifen wir diese Situation als Chance! Sie kann der Beginn eines Prozesses sein, in dem alle - die Politik, gesellschaftliche Institutionen, aber auch jede_r Einzelne – gemeinsam daran arbeiten, eine neue Kultur zu entwickeln – eine Kultur der Vielfalt, in der letztlich alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und Hautfarbe, Religion, Tradition und Überzeugung angstfrei leben und sich vorurteilsfrei, respektvoll, gleichberechtigt und gleichwürdig begegnen können.
Eine besonders problematische Herausforderung ist die Beseitigung von diskriminierenden Einstellungen und von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Das wirkliche Leben leben
Das wirkliche Leben zu leben heißt:
Nie die Ursache des Kummers für irgendjemanden werden.
Gütig sein gegen alle Menschen und sie mit reinem Geiste lieben.
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